Technik - e-m Gottlieb Schaltpläne lesen

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  • Technik - e-m Gottlieb Schaltpläne lesen

    Gottlieb E-M shematics lesen - Einsteigerkursus

    Sodann, da ein bizarrer pinhead :D sich jetzt auch einen e-m Pin zugelegt hat, hier dann mal generelle Erklärungen zum Lesen von e-m shematics. Die originalen pics sind von Francis aus dem französischem Retroflipperforum und deshalb dann auch Gottlieblastig. Die Grundprinzipien lassen sich aber natürlich auch grössenteils auf andere Marken ausweiten.

    Als Basis dienen hier die shematics von einem Canada Dry - die Terminologie wird ausser für glasklare relais hier mal kurz übersetzt, schliesslich sollte man ja vor dem schreiben auch mal das Alphabet beherrschen (auch wenn moderne Unterrichtsmethoden dies anscheinend anders sehen wollen)
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  • Die relays von links nach rechts:

    - Die Kolonne « index ». Zeigt die Ortung auf dem shematic an.

    - Die nächste Kolonne zeigt in Buchstabenkurzform den Namen des relays.

    - Die Kolonne « coil n° » gibt die Spulenreferenz des betreffenden relays an.

    - Die « type » Kolonne - hier 3 Typen von relays:

    -- AG, der konventionelle realy
    -- AS, ein relay vom 'Endziffertypen' mit oder ohne bedruckter Leiterplatte.
    -- INTER LOCK: relay mit 2 Spulen, wobei eine der Spulen die andere festriegelt während die andere Spule und deren relay 'aktiv' ist, so zB der 'reset relay' oder der 'last ball relay' .
    Kleine Zwischenbemerkung - beim Canada Dry (oder auch Target Alpha) gibt es auch einen solchen '1st ball relay', letzteren findet man ansonsten nicht in den 70er Jahren Produktionen.

    - Die Kolonne « contacts » zeigt die Anzahl der Kontakte von jedem relay in der Ruhestellung.

    -- 'A' heisst, dass der Kontakt 'geöffnet' ist
    -- 'B' heisst, dass der Kontakt geschlossen ist
    -- 'C' heisst, dass hier dreifach Kontakte sind, einer geöffnet, einer geschlossen.

    ( 'NO' (normally opened), 'NC' (normally closed)...)


    Werden die entsprechenden relays angesteuert, dann werden die Offen/geschlossene Positionen umgekehrt.

    - Die Kolonne « use » zeigt die komplette Namensgebung des relays an.

    Was die verschiedenen relays anbelangt, so ist deren Bezeichnung eigentlich leicht verständlich, ausser möglicherweise folgende, wie

    -- « ADD PLAYER UNIT RELAY» über den Kugekl oder Spieler umgeschaltet werden im Zusammenhang mit der « coin unit »

    -- « HOLD RELAY » : DER relay, der das Spiel in Funktion hält - wenn also entweder die Spule 9736 oder 9738 verbrannt ist oder falsch eingestellt ist, kann das Spiel nicht funzen.


    -- « COIN CHUTE RELAY » : Dieser relay ist direkt verbunden mit dem Münzer und der 'replay unit'

    -- « 0-90 UNIT RELAY » : Endzifferrelay mit 2 bedruckten Leiterplatten, immer im Kopfteil angesiedelt.



    - Die Kolonne « other coils used » : Dies ist die Liste aller benutzter Spulen im Flipper die nicht mit einem relay verbunden sind.

    Hier ein bischen zur Terminologie:

    -- « kicking rubber coils » : Slingshotspulen

    -- « chime coil » Xylophonspule

    -- « knocker coil» : Diese Spule hängt an der vertikal rechts im Cabinet gelegenen Einheit und 'klackt' beim Freispiel.

    -- « add replay unit coil »: Die auf der 'credit unit' vertikal liegende Spule für das Hochzählen der Kredite (im Kopfteil).

    -- « substract replay unit coil »: Die auf der 'credit unit' hirizontal gelegene zweite Spule, welche die Kredite abzählt.

    -- « add coin unit coil » : Für jedes eingeworfene Münzteil ist eine entsprechende Anzahl von Spieler gepaart. Jeder Impuls auf die vertikal gelegene Spule addiert einen zusätzlichen potentiellen Spieler.

    -- « substract coin unit coil »: Umgedrehter Effekt über die horizontal gelegene Spule beim reset des Spieles.

    -- « scoring unit coils»: Spulen der Zähler.

    -- « reset bonus unit coil »: Spule, welche die Bonuszählunit (unter dem Spielfeld) zurückstellt.

    -- « target bank reset coil »: Spule, welche die drop targets nach jeder Kugel oder beim Start eines neuen Spieles wieder hochstellt.

    Soviel zur Terminologie, Ortung und Erklärung der relays.



    Auf folgendem Foto sind dann oben Abkürzungen und Farben angegeben, die wohl keiner zusätzlichen Erklärung bedürfen.
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  • Folgende Fallbeispiele sollten jetzt konkrete Suchhilfe, respektiv Vorangehhinweise geben.

    Beispiel N°1

    Bei einer einfachen Panne funzt der rechte Flipper nicht mehr. Nachdem man sich vergewissert hat, dass die Spule und die Schweissstellen in Ordung sind, geht man wie folgt vor:

    In der Kolonne « Other Coils Used » sucht man « flipper coils ». Die Ortung ist “1 D”, also ganz oben auf dem Schema.
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  • und links « on right flipper », zeigt also die Tätigkeit der Spule über den geschlossenen Kontakt. Entweder schliesst der Kontakt nicht über das Betätigen des Flipperknopfes, oder ein Kontaktpunkt Kontaktplättchen) ist abgebrochen oder auch oxidiert.


    Beispiel N° 2:

    Der 'knocker' knockt nicht...... wie schade...

    Mal vorangenommen, dass alle logische Dinger gecheckt wurden, Spule/Schweissstellen Höhe des Freispieles auch erreicht wurde und der Pin dann immer noch nicht 'knocken' will, dann sollte man sich auf die Suche nach dem « knocker coil » auf den shematics machen.


    Ortung : « 11 D »

    Hier wird es spannender, da der Ursprung des Problemfalles mehrfach sein kann:
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  • Wenn man also ausgehend vom « Knocker » die shematics rückverfolgt, geht man zuerst über den « W » relay oder « Coin Chute relay », der orange-grüne Kabel, welcher von der Knockerspule weggeht weist direkt auf den betroffenen Kontakt auf diesem relay hin. Es genügt also, am besagten « W » relay den Kontakt zu checken, auf den o.g. orange-grüner Kabel ankommt.

    Einfach? :holy:!

    Ja, aber was wenn besagter Kontakt sauber ist und perfekt funzt? Man muss also auf den shematics weiterschauen. Der Nachbarkontaktpunkt ist braun/schwarz und geht Richtung Motorkontakt « 4B ». Dieser Kontakt ist der « inside» Position als « Coin Chute Credit Totalizer » zugeordnet. Diesen einstellen und säubern muss also das Problem lösen.


    Beispiel N° 3 - Harte Nuss und trotzdem ein klassiches Gottieproblemchen

    Der Bonus wird abgezählt und die Kugel kommt nicht zurück ins Spiel. Welcher relay betätigt den 'ball eject'?

    In der relay Liste findet man ua den « Ball Return Relay ».

    Zuallererst sollte man den « Ball Return Relay » manuell betätigen und falls der Kugelauswurf funzt, heisst das, dass er bei normalem Ablauf keinen elektrischen Impuls bekommt. Dies heisst auch, dass die Spule OK ist.

    Besagter relay muss also auf den shematics gesucht werden, heisst « O » und ist in der Position « 21D ». Folgt man dem balu/weissem Kabel, so stösst man auf diesen « O » relay. Aber man findet auch eine Abzweigung nach unten zum « 15th position bonus unit » Kontakt.

    Kleine Zwischenerklärung hier: Beim Canada Dry & Target Alpha erfolgt die Zurückstellung der bonus unit auf « 0 » nach der folgenden Kugel im Umweg durch den « Add Player » relay. Bei den anderen e-m Gotties spricht man von der « 0 position », weil die 'bonus count unit' durch das Abzählen abnimmt bis auf « 0 », aber das Prinzip ist gleich:
    Ein Kontakt wird in beiden Fällen geschlossen und falls dies nicht der Fall ist (Kontaktpunkte gebrochen oder zu weit auseinander oder verschmutzt), dann ist der Schaltkreis unterbrochen und besagter « O » relay ohne Funktion.
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  • Leider genügt das noch nicht, um die Panne zu beheben. Beim Weiterverfolgen der shematics trifft man auf einen scharz/gelben Kabel welcher auf den « ball return switch » geht, dies ist der Kugelverlustkontakt. Dieser kann aber nicht der Problemauslöser sein, denn ansonsten wäre der Bonus nicht abgezählt worden. Also weiter shematics studieren....
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  • Es geht also auf einen Kontakt am « 1C » Motor, ein Blick auf die Unterlagen und siehe da, der dritte switch heisst « Open circuit to ball return and through switch ». Kontakt checken und shit, es läuft immer noch nicht...., aber wir kommen der näher, und zwar ein Kontakt am Motor « 2B ». Die Unterlagen zeigen hier, dass der dritte switch von Motor « 2B » die relays « 0 » et « P » ansteuert. Das Einstellen/Säubern dieses Kontaktes löst das Problem definitiv.

    Ich hoffe, dies hilft weiter. Absolute Goldregel ist also das Orten des defekten relays oder der Spule der ausgefallenen 'unit' auf den shematics und dann gucken, was vorgelagert entsprechende relays/Spulen mit Strom versorgt.


    Gruss und viel Spass


    Jean-Claude